B.A.-Studiengang Kulturanthropologie I Volkskunde

Neue Prüfungsordnungen in den Bachelor-Studiengängen

Der Studiengang wurde zum WiSe 16/17 reakkreditiert, d.h. es trat eine neue Prüfungsordnung (PO 2016) in Kraft, die für alle gilt, die zum Wintersemester 16/17 ihr Studium aufgenommen oder einen Fachwechsel vorgenommen haben. Die nachfolgend aufgeführten Informationen beziehen sich auf diese PO 2016. Bereits eingeschriebene Studierende finden Informationen zu Ihrer Prüfungsordnung (PO 2011) unter dem jeweiligen Fach im Bereich Dokumente und Formulare.

    Übersicht über den Seiteninhalt

    Gegenstand

    Zentrales Arbeitsfeld der Kulturanthropologie/Volkskunde (andernorts auch als Volkskunde, Europäische Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft oder Populäre Kulturen bezeichnet) ist die Analyse kultureller Phänomene und Prozesse in ihren sozialen, geschlechtsspezifischen, lokalen, regionalen und zeitlichen Bezügen. Ein Kulturbegriff „im weitesten ethnographischen Sinne“ (E. B. Tylor) dient dabei als Ausgangspunkt der Forschungen. Im kontrastiven Vergleich zwischen „Eigenem“ und „Fremdem“ geht es vor allem darum, kulturelle Ordnungssysteme des Alltags in Vergangenheit und Gegenwart zu verstehen. Wie Menschen ihr Zusammenleben gestalten, welche Bilder sie von sich und ihrer Umwelt entwerfen, sind zentrale Gegenstände des Faches. Da sich diese Fragen auf die Lebenswelten von Menschen in eher komplexen Gesellschaften konzentrieren, kommt den für diese sozialen Milieus typischen Kommunikations- und Vermittlungsprozessen eine besondere Bedeutung zu.

    Charakteristisch für das Mainzer Profil des Studiengangs ist seine enge Verzahnung mit den Fächern Filmwissenschaft und Theaterwissenschaft. Durch den obligatorischen Besuch von Veranstaltungen in einer sogenannten „integrierten Schiene“ erlernen Studierende des Mainzer Bachelorstudiengangs auf transdisziplinäre Weise den Umgang mit einem erweiterten Kultur- und Medienbegriff und erwerben somit ein profundes Basiswissen für unterschiedliche inhaltliche Profilierungen, die in einem Zweitstudium (Master) oder in verschiedenen beruflichen Bereichen (Medien, Kultur- und Sozialarbeit, Museen, Universität/Wissenschaft) weiterentwickelt werden können. Besonderer Wert wird bei der Ausbildung darauf gelegt, theoretische und methodische Kenntnisse anhand konkreter Beispiele einzuüben, die sich sowohl an gegenwartsbezogenen als auch an historischen Fragestellungen orientieren. Im Rahmen der Abschlussarbeit werden Studierende des Faches dazu angeleitet, erste eigene Forschungsbeiträge zu erarbeiten und ggf. zu publizieren.

    Literatur zur Einführung

    • Kaschuba, Wolfgang (42012). Einführung in die Europäische Ethnologie. München.
    • Bischoff, Christine; Oehme-Jüngling, Karoline & Leimgruber, Wolfgang (Hg.) (2014). Methoden der Kulturanthropologie. Bern.

    Studienbeginn, Studienaufbau und Regelstudienzeit

    Das Studium im B.A.-Kernfach Kulturanthropologie/Volkskunde (im integrierten Studienbereich Kultur Theater Film) sowie im Beifach Kulturanthropologie/Volkskunde ist modular aufgebaut und erstreckt sich über 6 Semester. Es kann zum Winter- wie zum Sommersemester begonnen werden. Wann in Ihrem Studium Sie sich mit welchen Inhalten befassen, zeigt Ihnen ein Blick in das jeweilige Modulhandbuch. Darin erhalten Sie detaillierte Informationen zu den in Ihrer Prüfungsordnung ausgewiesenen Modulen und den enthaltenen Lehrveranstaltungen. So werden etwa Dauer, Leistungspunkte, Prüfungsart, Voraussetzungen, Lernergebnis, Arbeitsaufwand, Lernformen und Inhalte näher beschrieben. Daneben erhalten Sie in den Studienverlaufsplänen eine Übersicht der jeweils angebotenen Module. Die genannten Dokumente finden Sie hier.

    Studienaufbau Kernfach

    EINFÜHRUNGSPHASE: 1. UND 2. SEMESTER
    Modul 01: Grundlagen der Kulturanalyse*
    Modul 02: Grundlagen der Theaterwissenschaft und -geschichte*
    Modul 03: Grundlagen der Filmwissenschaft*
    Modul 04: Grundlagen der Kulturanthropologie/Volkskunde*
    AUFBAUPHASE: 3. UND 4. SEMESTER
    Modul 05: Alltagskultur, Theorie und Ästhetik**
    Modul 06: Kulturwissenschaftliche Ordnungssysteme (Winter)
    Modul 07: Praxis der empirischen Kulturanalyse
    Modul 08: Kulturwissenschaftliche Ordnungssysteme (Sommer)
    VERTIEFUNGS- UND ABSCHLUSSPHASE: 5. UND 6. SEMESTER
    Modul 09: Berufspraktische Übung
    Modul 10: Medialität der Sinne**
    Abschlussmodul

    Studienaufbau Beifach

    EINFÜHRUNGSPHASE: 1. UND 2. SEMESTER
    Modul 01: Grundlagen der Kulturanalyse
    Modul 02: Grundlagen der Kulturanthropologie/Volkskunde
    AUFBAUPHASE: 3. UND 4. SEMESTER
    Modul 03: Kulturwissenschaftliche Ordnungssysteme (Winter)
    Modul 04: Kulturwissenschaftliche Ordnungssysteme (Sommer)
    VERTIEFUNGS- UND ABSCHLUSSPHASE: 5. UND 6. SEMESTER
    Modul 05: Theorien der Kultur- und Medienforschung
    Abschlussmodul

    Zulassungsvoraussetzungen, Fremdsprachenkenntnisse und Kombinationsmöglichkeiten

    Kulturanthropologie/Volkskunde ist als Kern- und Beifach im 1. Fachsemester universitätsintern zulassungsbeschränkt (vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Gremien).

    Im Bachelor of Arts werden neben ausreichenden Kenntnissen der englischen Sprache ausreichende aktive und passive Kenntnisse einer weiteren modernen Fremdsprache oder Kenntnisse in Latein verlangt, die zur Lektüre und zum Verständnis von Fachliteratur befähigen.

    Kulturanthropologie/Volkskunde wird als Kern- und Beifach im integrierten Studienbereich Kultur Theater Film studiert und kann mit allen anderen Fächern im Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang kombiniert werden. Ausgenommen sind jedoch die Fächer Filmwissenschaft und Theaterwissenschaft, da die integrierten Module (im Studienaufbau mit * gekennzeichnet, s.o.) und die Module mit integrierten und fachspezifischen Anteilen (im Studienaufbau mit ** gekennzeichnet, s.o.) in den Kernfächern des Studienbereichs Kultur Theater Film jeweils Inhalte aller beteiligten Fächer umfassen.

    Praktika

    Im Rahmen des Kernfach-Studiums ist im Modul 09 ein Berufspraktikum im Umfang von 240 Stunden zu absolvieren, das der Berufsorientierung im Studium dienen soll und die Möglichkeit eröffnet, Praxiserfahrung zu sammeln. Studierende suchen sich selbstständig eine Praktikumsstelle. Weitere Informationen rund um Praktika sowohl im In- als auch im Ausland erhalten Sie im Portal des Career Service und bei den Studienfachberatern bzw. in den Fragen und Antworten des Studienbüros.

    Auslandsstudium

    Ein Aufenthalt im Ausland wird empfohlen und bietet sich im 3. oder 4. Fachsemester an. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

    Anschlussmöglichkeiten in Master-Studiengängen und mögliche Berufsfelder

    Absolventen eines B.A.-Studiengangs des Instituts für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft können ein M.A.-Studium in allen vier Fächern aufnehmen, wobei für

    das M.A.-Studium Filmwissenschaft/Mediendramaturgie – Schwerpunkt Filmwissenschaft und
    das M.A.-Studium Filmwissenschaft/Mediendramaturgie – Schwerpunkt Mediendramaturgie

    der Nachweis von 50 Leistungspunkten (LP) im Bereich Film, Fernsehen und Neue Medien notwendig ist. Das bedeutet, dass Sie bereits während Ihres B.A.-Studiums Kurse in diesem Bereich absolvieren müssen, die Ihnen anerkennt werden können. Wenn Sie an einem Übergang in einen der M.A.-Studiengänge des Bereichs Filmwissenschaft/Mediendramaturgie interessiert sind, wenden Sie sich möglichst frühzeitig an die entsprechenden Studienfachberater und das Studienmanagement!

    Weitere Informationen zu den M.A.-Studiengängen unseres Instituts finden Sie hier. Beachten Sie bei einer Recherche von Master-Studiengängen anderer Hochschulen, dass inhaltlich ähnliche Studiengänge dort andere Benennungen tragen können.

    Mögliche Berufsfelder von Kulturanthropologinnen und Kulturanthropologen liegen in den Bereichen Kulturarbeit, Erwachsenenbildung, Forschungsinstitute, Archive, Museen, Medien, Journalismus und Touristik. Eine Datenbank mit aktuellen Informationen zu Tätigkeitsfeldern finden Sie im Berufenet der Arbeitsagentur.

    Information und Beratung